August 2024
August 2024
DO 01.08.2024 22:06
I wanted to kiss you but you had no face. Bin gerade zu faul nachzuschauen, ob ich dein Zitat jetzt richtig zitiert habe.
Ich kann mich an keine Situation in meinem Leben erinnern, in der dieser Satz passend gewesen wäre.
Baue ich einfach meine Erinnerungen um, damit ich diesem schönen Satz noch einen Platz in meinem Leben geben kann.
KR
05.08.24 00:09
Warum sollten wir so tun als ob die Welt nicht scheisse wäre, ab von den Momenten wo sie nicht scheisse ist.
Heute um Elf war ich im Sonntags-Rewe im Ostbahnhof, weil bei uns der Kühlschrank natürlich leer stand, als wir nach zehn Tagen wiedergekommen sind. Die letzte Tüte Hafermilch wurde quasi in Schnapsgläsern aufgeteilt, das ging nicht lange gut, also ab auf’s Rad. Das Publikum vom Sonntags-Rewe besteht neben einigen Normalos (wie mir) und Strömen von solchen, die mit ihren Megatüten voller Pfand von der Nachtschicht vor dem Automaten anstehen, überwiegend aus den Menschenresten der Clubs, Kater, Berghain. Für hungrig-durstige Druffis liegt der Ostbahnhof ausgesprochen fußläufig, was ist schon ein Kilometer wenn man DRINGEND WAS BRAUCHT. Alle superdurch, alle senden als würden sie noch auf was warten, gleich neben dem schwülen Hitzemuff aus der Tiefgarage, wie sind im Untergeschoss, die da sieht nett aus, der andere da drüben, huch ist das eng hier in den Gängen, verschwitzt, verwischt und warum lauf ich an der jetzt schon zum dritten Mal vorbei, wirklich schönes Oberteil. Aber ich habe zu tun, die Familie wartet zuhause auf’s Essen. An Ausreden, irgend etwas nicht zu tun, fehlte es mir im Leben bislang nie. Kasse, ansteh, wart, (Stinken von der Seite, kann ich vor? Hab nur den Pfandbon!), zahl, stopf die Tasche. Auf dem Rückweg zum Fahrrad gehe ich nicht wieder durch die Tiefgarage, der Pissekotze Hammer beim Reinlaufen war zu doll, also die Rolltreppe rauf und dann durch den Bahnhof. Oben noch mehr Druffis, leider ist das Licht viel besser als unten, alles in Multicolor, schreiend grell, ein fettes Kind sitzt mit seinem Megashake auf dem Boden vor dem McD, bei der subtropischen Hitze fällt das gar nicht auf. Die Stimmung gepitcht vom Regenguss, Armageddon, schnell raus und über den Teerplatz, Tanzparty an der Bushaltestelle, und rechts zur Seite rüber, die Treppe runter, weiter hinten steht mein Rad an dem Schild. Bämm! genau auf meinem Weg, helles Blond, schmale Statur, figurbetonte schwarze Casuals (ich natürlich auch schwarz wie immer … wir haben so viel gemeinsam), wie man sich halt anzieht wenn man kurz losgeht was einkaufen, mich trifft der Blitz ich hab wohl Gesichtsentgleisung, sie aber irgendwie auch oder kommt mir das nur so vor ach egal, jedenfalls im Vorbeigehen stockt sie die halbe Sekunde als ob sie nach innen horcht, hä? war da was, jeder lächelt da kurz für sich, dann sind wir schon aneinander vorbei, ich dreh mich noch kurz um, sie natürlich weiter und ich auch nicht hinterher.
-pb
09.08.24 12:52
So was hab ich ja noch nie erlebt, bin dicht an Wahnvorstellungen, wenn ich nur an meinen Mailordner denke, und was da zu finden sein wird auf das ich wieder antworten muss. Motivation Null für Montag, Hilfe, vielleicht sollte ich Stunden reduzieren. Krankschreibung? Raus nur raus, am besten mit Therapie für die Übergangszeit.
-pb
10.08.24 20:00
Ist es nur Eins oder Null, alles, nichts, Harzfor, oder ist es, welchen Weg nehme ich. Bei uns auf der Ablage liegt, weiss der Geier wo die her kommt und warum, nie liegt überhaupt eine einzelne Spielkarte rum oder mehrere, wir haben nur einen vollständigen Satz und der ist fast ganzjährig im Schrank, also da liegt eine Spielkarte und dann ist es auch noch ausgerechnet die Herz Vier. Hearts Four. Harz 4. Ha ha ha ha haha ha so lustig.
So, und jetzt habe ich schonmal einen Plan, in dem mein jetzige Provinzposse von Job gar nicht vorkommt. Mal sehen was passiert. Eigentlich hat die letzte Woche es erst gebracht, die ganze Schlaflosigkeit wegen der Scheiße, am Montag den Rechner wieder aufmachen zu müssen, einige hundert Mails sind es immer nach dem Urlaub, einige unappetitliche mit Sicherheit dabei.
-pb
11.08.24 15:53
Vorhin beim Fatburn X, mein Sonntagskurs, das Studio ist ja unter dem Weekend am Alex, was ganz oben im Hochhaus eine Etage hat, mit Dachterasse, früher war ich dort hin und wieder aber eigentlich eher selten, weil es war einer der schickeren Clubs und ich nicht so oft in der Stimmung für dress to impress, also heute um 11 Vormittags die Megaschlange, 50 Meter bestimmt und nicht nur eine:r hinter der anderen, ich verschlafen und ungeduscht dran vorbei ins Fitness. Paar Schluffies und Slacker aber die meisten klamottenmäßig richtig steil aufgestellt und irgendwie halbnackt, zb transparentes Irgendwas mit Stringtanga drunter scheint grade sehr modern, bauchfrei sowieso und BH sind generell total de mode. Dann beim Kurs, hinterm Haus gleich vor den großen Glasfenstern des Kursraumes im ersten Stock, Posieren am Bauzaun, vor dem Schuttcontainer und riesigen Müllsäcken, der Hintergrund glänzte wie ne Kloschüssel, zwei Girls filmen sich für’s Insta oder später als Visitenkarte, der Rock kann doch noch ein bischen weiter runter, Vorbeuge, shake it, klar warum nicht. Später beim Rauskommen, nassgeschwitzt, Unterhemd, Sportklamotten, hatte ich gleich Lust, mit rauf und weitertanzen, natürlich mit allem Piffpaff und Bumsen in den Büschen aber zum Glück wartete hier noch meine Steuererklärung, und wo hätte ich auch hinsollen mit meinem Rucksack und dem Fahrradhelm. Rasiert war ich auch nicht.
Im Retreat hatte ich die erste Hälfte dauernd Dejavus, so krass und nah, zum Beispiel Marie, eher in meinem Alter, sie sieht aus wie Sheila die eigentlich Stef hiess, mit der ich im Studium zusammen war, gelegentliche Treffs ohne finanzielle Interessen, vor ein paar Jahren haben wir uns nachts wiedergetroffen am Müggelsee-Strand, und Marie sieht nicht nur so aus wie sie, auch die Stimme ins piepsig-mädchenhafte, Mimik und Gestik so krass identisch bis zum Augenzwinkern und Mundwinkel hochziehen oder was mit den Händen machen. Ha, was ist das? Neben Sheila/Stef war auch meine Familie ganz nah, Vater, Bruder und noch andere Menschen, dauernd kam mir irgendwer in den Sinn. Vielleicht die programmatische Nähe des Retreats, dass man sich nah kommt bis zur Grenzauflösung und dann waren außen wie innen meine Grenzen eben offen und jede:r konnte rein und raus. Marie hab ich das dann erzählt, in der Schlange zum Frühstücksbuffet, wir supercosy am Rummachen, sie war etwas gekränkt wegen der Verwechslung und dass ich ja eigentlich gar nicht sie meinen würde, stattgegeben, aber nach einiger Zeit hatte ich Sheila/Stef auch vergessen und Marie selber kam nach vorne. Sie strahlte sowieso viel schöner, vermutlich durch ihr spirituelles Leben, den Sport und die gute Ernährung. Später erzählte ich meiner spiritual guide von den Deja-Vus und Verwechselungen, sie war ja auch dort in Schweden, und sie meinte, ach du hattest Transpersonalisierung? So als ob es ganz normal ist, dass auf einmal derdie eine derdie andere ist und ganz viele Tote und Lebende durchs Bild laufen. Transpersonalisierung, na klar, ok, danke, ich nehme den Gedanken mit.
Heute Abend setze ich mich noch mit Björn auf ein paar Biere an die Kreuzung. Vielleicht kaufe ich mir auch eine Flasche Wein und eine Flasche Wasser, morgen würde es mir viel besser gehen als nach den Bieren, außerdem macht Wein auf Dauer nicht so krasse Männertitten.
-pb
16.08.24 23:22
Leander war in Brandenburg (das Festival), ich hatte ihn gefragt, welche von den Bands ihm gut gefallen haben, heute morgen auf dem Weg zur Arbeit rauchte ich kurz auf der Bank in der Swinemünder (ich brauchte Zeit) und hörte mir das an. Vom Baustil her ist die Swinemünder wie da wo ich aufgewachsen bin, planmäßig angelegte Westplatten mit größeren Aufenthaltsbereichen dazwischen. Sonnenschein, Betongeruch, die Hookline ging „Wann steigst du aus, wann lässt du los“.
Im Schlafzimmer war eine völlig nervöse Adhs-Wespe unterwegs, ich war zu faul sie raus zu setzen und dachte, wir können koexistieren wenn ich sie einfach ignoriere. Irgendwann war es still, ich dachte, na schön, ist sie zur Ruhe gekommen und sonnt sich am Fenster. Dann bewege ich mich leicht und ZACK der nächste Wespenstich. Sie saß direkt unter meinem linken Arm. Hab sie mit dem Spray gekillt. Ist Wespengift so magisch für die Gesundheit wie man es von Schlangengift sagt?
Ich will einen Ventilator kaufen, für die Küche. Es geht einfach nicht mehr klar bei dauernden 35 Grad. Wenn das Fenster auf ist, dann grade so, aber am frühen Abend wenn wir immer essen steht die Sonne voll drauf, also macht man die Jalousien runter und dann steht die Luft. Schwitz, Öl, Tropf, und erst beim Kochen. Ich war deshalb schon im Baumarkt und mittlerweile werden schon für 200 so Mini Steckdosen Klimaanlagen angeboten. Luftkühler nennen sie sich, leider will ich keine 200 ausgeben.
-pb
DI 13.08.2024 17:11
Wellness: Wenn Steffen mal nicht zur Verfügung steht für Fussmassage, dann laufe ich barfuß einen bestimmten Weg oberhalb des Kanals entlang. Massage durch Rollsplit und kleine Steine. Muss ich aber genau hingucken, wo ich hintrete, denn Steine, die zu groß oder zu spitz sind, schmerzen doch zu stark. Denke ich endlich mal über nichts nach als über den nächsten Schritt. Der Rückweg: am schattigen Ufer des Kanals entlang. Feuchter, kühler Lehmboden unter den Fußsohlen.
KR
19.08.24 00:06
Ventilatoren sind jetzt großflächig ausverkauft. Beim Bauhaus nur noch leere Paletten. Bei Mediamarkt dasselbe, bei Saturn frage ich dann doch sogar nochmal, aber die Verkäuferin zeigt mir die ganzen Quadratmeter, wo vor einiger Zeit noch alles voll gewesen sei mit Ventilatoren. This is fine.
Gestern mit Ole, wir wollten zu so einer Noise-Veranstaltung auf der Bösebrücke, einer in beide Richtungen zweispurigen Autobrücke mit Tram in der Mitte, zwischen Wedding und Prenzlauer Berg. Was würde uns dort erwarten? Das, nun ja, Happening fanden wir dann unter der Brücke, breiter Fußweg da, Kanalböschung, in etwa der Charme einer zugewachsenen Industriebrache. Ich rauchte vorher oben an der Gedenkstelle zur Grenzöffnung und versuchte, auf dem großen Berlin-von-oben Plan („Wo war die Mauer?“) unsere Wohnung zu finden. Als Ole dann da war, lauschten wir kurz unter die Brücke. Wie meistens fingen auch heute die Hunde an zu bellen als der Krach losging, wortlos stand schnell die Frage im Raum, wo man in der Nähe wohl trinken könnte. Liefen dann in Richtung Gleimstr, tranken paar Biere erst an dem einen, dann an dem anderen Späti, dann kam der mega Regen und dann war es auch schon halb Zehn.
Vor meinen Füßen hat grade die eine Katze das Trockenfutter auf den Teppich gekotzt und die andere frisst es auf.
-pb
21.08.24 11:46
Ohne Kalender auf dem Handy wüsste ich nicht mal wann Wochenende ist.
Bin auf der Arbeit, in den Sommerferien hat es weniger Klienten, es geht allen automatisch besser, womit wir wieder bei der Frage nach dem Zusammenhang von Zivilisationseffekten und dem psychischen Befinden wären, und wo ich nun aus lauter Frust auch noch einige Engagements gecancelt hab, da ist es ein bisschen wie früher. Gleich nochmal zum Kiosk Ziesen holen, um Zwölf der Termin des Tages und danach kann ich eigentlich auch bald wieder los.
-pb
DI 20.08.2024 20:49
Zum Glück hast du mir jetzt nochmal dein Geburtstagsdatum verraten, wollte schon in alten Chatverlaufen gucken. Warum bloß leg ich mir keinen Geburtstagskalender an?
Denke gerade nochmal an meinen Geburtstag. So ein Downgrading war das. Sagt Steffen zwei Monate vorher: Fahren wir über deinen Geburtstag nach Albanien für fünf Tage. Ich lad dich ein. Einen Monat später: Ach nee, geht nicht. Aber ich nehm dich mit auf Geschäftsreise in die Türkei, wenn du Lust hast. Ist zwar eine Woche vor deinem Geburtstag, aber hej, zusammen reisen! Zwei Wochen später: Doch eher ungünstig. Lass uns an deinem Geburtstag einen Tagesausflug in die sächsische Schweiz machen.. Drei Tage vor Geburtstag: Wie wäre es, wenn wir mit meinem Gummibott im Kanal rumschipperm (was übrigens mein Wunsch von Anfang an war), weil jetzt so eine lange Strecke mit dem Auto fahren, an einem Tag, ist vielleicht auch etwas anstrengend. Am Ende war es ein Nachmittag auf seinem Balkon, weil Steffen fand, dass das Wetter nicht gut genug sei für eine Bootsfahrt (20 Grad, bewölkt, leichter Wind). Fazit: Auch bescheidene Wünsche nie in fremde Hände geben.
Neulich war Steffen eine Woche in Kroatien. Ich fahr zu meinen Eltern, hatte er gesagt. Dort im Dorf traf er aber zufällig gleich am ersten Tag einen alten Kumpel. Und da dachte die beiden: Warum nicht spontan nach Kroatien. Was sie dann auch gemacht haben. Ich hätte das genau so gemacht.
Er und ich, wir werden nie zusammen reisen. Irgendetwas will das nicht.
KR
21.08.24 20:08
Nein, ich find’s ok und gar nicht bösartig. Wie sang Francoise Cactus: Du bist schön / schön von hinten / du bist schön / schön wenn du gehst, oder so ähnlich. Ich fühl das.
Schön, dass ich heute mal wieder dieses Amts-Feeling haben durfte. ZWEI Anmeldungen letzte Woche, hab ich mich verhört? Nicht zwölf? Quatschen wir noch bisschen oder machen wir doch früher Schluss? Mein September Kalender ist dafür schon dicht, die Fälle werden immer durchgeknallter, der Herbst ist im Anmarsch und das allgemeine Blue Line Gefühl wird schon von selber wiederkommen. Das Wichtigste ist das Nahfeld. Kollegium. Wenn das ok ist, ist alles auszuhalten.
Iih kotz, dieses gönnerhafte „vielleicht können WIR dich bei der Stadt unterbringen“. Klingt nach großer Macht, nach langem, mächtigen Arm, nur ein kleiner Telefonanruf und schwupp ist die kleine Behindi „bei der Stadt“. Ganz großes Kino. Alleine kriegst du ja gar nichts hin. Wirklich, du armes Puttelchen. Hast du denn auch lieb Danke gesagt, dass du so lange bei ihm sein durftest?
Heute in der Blitzereignisse-die-sonst-keiner-mitkriegt Liga? Eigentlich nichts. Ach komm Paul, irgendwas ist doch immer. Lass mich denken. Dass deine Kolleg:innen immer noch ein Zucken im Auge haben, wenn die Rede darauf kommt was sich die „Leitung“ wieder alles geleistet hat als du im Urlaub warst?
Ich glaube, ich kriege den alten Schreibtischstuhl von meinem Vater zum Geburtstag, überarbeitet, neu bezogen, er ist wirklich schön, über Jahre hielt er sich einigermaßen und ich hab ihn lange benutzt bis er dann fast auseinander gefallen ist. So wenige Andenken habe ich von ihm, alleine wenn ich an den Stuhl denke kriege ich schon den Geruch unserer Familienwohnung in die Nase. Die letzten Jahre stand er als Gerippe in der Ecke und durfte nicht weggeworfen werden. Jetzt kommt er wohl zu neuem Leben. Ich werde weinen müssen. Ja, weinen.
-pb
21.08.24 21:51
Stadtaffe, er hatte wirklich einen Lauf damals. Eigentlich ist die ganze Platte toll, für wenn man mal Fünfe grade haben will. Die beste Berlin Platte, bevor Berlin Platten endgültig überflüssig wurden. Stadtaffe (der Song) sowieso.
-pb
23.08.24 16:22
Ich hatte Rindergehacktes gekauft für die Bolo, wir essen nicht so viel Fleisch da hol ich immer das teure bio, schmeckt auch besser und ist weniger Fett drin, und heute morgen hatte ich so einen Jieper auf FLEISCH, da hab ich mir das gebraten, Salz, Pfeffer, Zucker, bischen Sojasoße, und in paar Sekunden weggeatmet. Ein Gedicht. Quasi ein Burger ohne das ganze Klimbim drumrum (Brötchen). Ich brauchte was Festes.
Jetzt also im riesigen Myjump, die Halle am Nordbahnhof, ich hab Zeit und es sind Ferien, also ging ich mit Karo und ihrer Freundin. Die beiden unten am Jumpen, ich oben auf der Empore im Gastrobereich. Fast leer, unter der Woche, um die Zeit, bei der Hitze. Zum Glück gibt’s hier Polster zum Automaten-Crema. Neben mir wartet der vorbereitete Birthday-Bereich auf eine Kindersause, muskulöse Papis und adipöse Muttis viel zu laut am Quasseln, Mambo Number Five pluckert so vor sich hin. Alles so laut, die Halle, die Leute, die Farben, die Durchsagen. „Wir bitten die Jumper mit der Endzeit 14 Uhr, die Sprungfläche jetzt zu verlassen.“ Eine Stunde nur für mich. Freute mich schon den ganzen Tag auf die leere Zeit hier. (…) Im Moment komme ich mir ziemlich magersüchtig vor, esse kaum die geilen Sachen, Fett, Teigwaren, Zucker, habe knapp 5 Kilo verloren in knapp zwei Monaten und glaube nicht, dass sie so bald wiederkommen. Ich will nicht wissen (will ich doch), wie ich nach der Fastenwoche im November aussehe. Nicht essen ist ein echter Lustkiller, oder andersrum – wenn man mega am Schlemmen und Saufen ist, dann gibt das so einen Energie Überschuss, und dem Lifestyle ist man relativ automatisch viel unter Leuten, alles andere kommt von selber. Ich bin total weg davon, alles auf Sparflamme. Anscheinend ziemlich am Vergeistigen.
Grade läuft eine mittelalte Staff durchs Bild, schwarze Leggings, weisses Schlabbershirt, hintendrauf in Rosa SHAKE YOUR TITS IT’S FRIDAY. „Achtung Achtung, in drei Minuten beginnt die Einweisung! Bitte versammelt euch im Einweisungsbereich!“. Viertel Stunde hab ich noch, dann noch zum Bäcker. Später noch Essengehen.
-pb
25.08.24 20:26
Die App wo diese lustigen Gesichter mit den Riesenaugen macht, die ist super. Am besten zu völlig unterirdisch traurig-tragischen Geschichten, Oral History vom Holocaust oder so, unerreichbare Text Bild Schere. Sorry, mein beschissener Humor.
Ja nun, im Alter sieht Oma eben aus wie Opa und Opa sieht aus wie der Hund von Oma. Vielleicht sind es nur die Jahre dazwischen, die den Unterschied machen zwischen Mann und Frau. Bei Kindern kann man auch nichts unterscheiden, vom Gesicht her. Oder das ist sowieso alles nur heisse Luft und man sieht, was man riecht (oder sehen will).
-pb
25.08.24 20:47
Hoffentlich kommt bald die Betriebskostenrückerstattung. Sparfüchse wir, vor zehn Jahren war es noch fast ne Monatsmiete, heute nur noch knapp die Hälfte, und das liegt nicht nur an uns. Mein Konto ist Minus. Ich krieg noch 350 von der Autovermietung in Lissabon zurück, da hab ich heute schon hinterher gemailt.
Mein stufenweiser Umbau fühlt sich schlammig an, weniger hier, mehr da, offizielle Nebentätigkeit, und da darf man nicht soviel wie man möchte, und no ties cut. Trotzdem super, dass was im Gange ist und Samstag war ich bei der Gartenparty meiner neuen Teilzeit-Leitung in Weissensee, traumhaft großes Gelände mit alten Bäumen hinter dem Mehrfamilienhaus, (ganz nebenbei erwähnt) natürlich alles Eigentum. Fancy Häppchen, zum Glück einige junge Wirrköpfe auch da, die am frühen Abend natürlich zur nächsten Party weiterzischten. Entspannend, ich fühlte mich seriös und hatte nur ein kurzes „früher“ ziehen, als ich mich entschieden hatte, nicht mit auf die Party zu gehen. Zufrieden nach Hause geradelt.
-pb
26.08.24 08:29
Top Foto, das mit dem Kurzhaarschnitt. Du bist so ein hübscher junger Mann. Wirklich reingehauen haben auch diese Alterungsfilter Apps, wo man sich selber jung oder als Greis zu sehen bekommt, schon wieder Jahre her.
Mit Rico schicke ich mir manchmal wie-scheisse-kann-ich-aussehen Posen, mein Favorit ist, meistens sitze ich vorgebeugt auf dem Klo, Porträt von unten mit eingezogenem Kinn, das halbe Bild ist dann nur Fetti Doppelkinn, die Gesichtshaut hängt runter, das schlechte Licht im Bad macht eine extra schlechte fettige Haut, die Augen unter dem glänzenden Schädel aufgerissen (sie sehen dann extra klein aus wegen der Perspektive und dem übermächtigen Schwabbelkinn) und die wabbeligen Lippen in einer Art Panik-Grimasse nach außen gekräuselt mit den gelben Raucherzähnen. Ich könnte mich gleich erschießen, lösche ich danach schnell wieder, unerträglich.
So, jetzt ist dieses herrlich entspannte Wochenende auch schon wieder vorbei. Hab Homeoffice und gleich mal den Geburtstagsgruß von der Vorgesetzten („Ich sende die eine virtuelle Torte weil Kuchen geht ja immer“) beantwortet („Danke, war lecker, smiley). Grauenhaft. Morgen bring ich Häppchen mit zu uns in den Standort, freu mich schon auf die Teamsitzung mit den Geschichten, Britta ist aus dem Urlaub zurück und was sie wohl erzählen wird, die Vorgesetzte leitete wohl meine Mails an sie weiter (das zu lesen wurde bislang standhaft abgelehnt) und wollte sie echt vor Ort dazu bringen, mein Büro und meinen Aktenschrank nach „Unterlagen“ zu durchsuchen (auch standhaft abgelehnt). Britta und Kollege Tom waren so traumatisiert, dass sie die Schlüssel aus dem Schlüsselkasten versteckt haben, damit die nicht noch auf andere Ideen kommen kann. Es ist längst alles jenseits von gut und böse, sie ist so krank.
-pb
28.08.24 05:08
Der Arbeitsshit war natürlich volle Kanne am Start, die Irre hat sich was neues einfallen lassen. Ich spar dir die Details. Hatte ich grade noch die Perspektive einer anderen Mischung entwickelt, denke ich nun wieder nur abwechselnd: Krankschreibung, Kündigung, sofort. Unser Team ist besser denn je, Druck von oben schweisst zusammen, trotzdem es ja überwiegend mein Druck ist. Leute, wir arbeiten da nur?
-pb
31.08.24 06:22
Taylor Swif (Original Video), ja Wahnsinn. Das Wuseln und Treiben, die vielen tollen Ideen, der Aufwand und die ganzen Details, wenn im vierten Stock neben dem reingekrachten Auto auch noch die Discobeleuchtung an ist, jede einzelne Perspektive mit Liebe und Aufmerksamkeit versorgt und dann wuuuuschzack, man passt kurz nicht auf und es ist schon vorbei. Das ganze Geld, was das alles kostet, der ganze Aufriss und dann sieht es aus wie zufälliger Menschenmüll bei schlechtem Wetter. So gut. Allein die Zeit um „Taylor Swift“ zurecht zu machen und irgendwo reinzusetzen, ganz woanders vor die grüne Wand weil die ganzen Räume gibt es gar nicht, die ganzen Stunden und dann sitzt sie da kurz im Vorbeigehen in der Gegend. Verschwendetes Ausstattungskino und ob es echt ist oder alles KI ist auch völlig egal. Slaves in Tracksuits, ein nie müde werdendes Pattern, das könnte ich mir Stunden anschauen, immer habe ich Lust, mir einen billigen Trainigsanzug zu kaufen, mich vollzusaufen und mein Leben egal sein zu lassen. Zurück in die Platte, mein alter Traum. Asap Rocky erinnert mich entfernt an Money Boy, aber das ist eine andere Geschichte.
Ich gucke heute gerne Tiktoks zum Weltraum. Wusstest du, dass man sogar bei Lichtgeschwindigkeit 25.000 Jahre bis zur Milchstraße braucht? Und dass wir als visuelle Menschen zwangsweise immer in einer vergangenen Umwelt leben, wenn man was sieht dann ist es immer die Reflektion von Licht, das jetzt schon eine Zeit gebraucht hat um den Weg zurück zu legen von der entsprechenden Oberfläche zu uns. Na? Also. Oder, dass man nur weit genug weg sein muss, um weiter in die Vergangenheit zu schauen. Wenn man jetzt von soundosviel (neuneinhalb Billionen mal 65 Millionen) Kilometer weit weg auf die Erde schaut mit einem großen Vergrößerungsglas, dann kommt in dem Moment genau das Licht dort an was vor 65 Millionen Jahren von der Erde abreflektiert wurde und man steht mitten zwischen den Dinos. Eine tolle Sache. Aber, und das vereinfacht die Sache massiv, wenn ich jetzt nur 20 Jahre in die Vergangenheit schauen will, etwa um meiner damaligen Geliebten beim Duschen zuzugucken, dann muss ich nur aus ca. 200 Billionen Kilometern ins Glas gucken.
Man ahnt es bereits, den Weg tatsächlich zurück zu legen, sozusagen linear, Geschwindigkeit hin oder her, kann nie die Lösung sein. Vielleicht ist ein künstliches Bewusstsein, das unabhängig von Zeit immer weiter existiert, die einzige Lösung um das ganze Universum erfahrbar zu machen bzw. realiter überall einmal gewesen zu sein. Nur, wer macht dann die Erfahrung, erlebt, wie es wirklich ist? Ich sicher nicht. Skynet, oder der Typ (besser Generationen von Typen), der in irgendeinem Kabuff vor dem Monitor sitzt und sich den ganzen Käse anschaut? Das künstliche Bewusstsein selber, ja gut, aber wozu das denn, wenn es außerhalb seiner selbst nirgends mehr hinführt und niemanden glücklich macht. Selbstzweck, Erfahrung für die Erfahrung und das schöne daran ist die Illusion, man selber würde darin mindestens teilweise irgendwie „weiterleben“ und damit auch teilhaben. Galaxientourismus in Fleisch und Blut, und das ist ja der Traum, erfahrbar für jede:n, damit jede:r die eigene Erfahrungen davon, wie es wirklich ist, mit nach Hause nehmen kann, das müsste es sein, wie man nach anstrengender Wanderung auf einem Berggipfel steht und auf die Welt schaut. Denn sonst ist es der Reisebericht von jemand anderem (spannend genug), und was ist die Bildschirmbetrachtung mehr als ein Science Fiction Film. Nimm was du kriegen kannst, gib nichts wieder zurück.
Lederjacken an sich machen wirklich viel mit einem, das lässt einen nicht kalt. Man riecht und fühlt sie sofort und denkt an was. Ein tolles Sujet. Ich hätte gerne einmal meinen Kopf in deinen Raum gesteckt und was zum Nachspüren gehabt. Hä, was war das denn? Ach, sicher gar nichts. Obwohl, warte.
Die Waage geht weiter abwärts. Gestern Abschiedsessen, Leander aß allerdings den Haloumi weil er Veganer ist, hab ich Burger gemacht (und selber viele davon gegessen, geil), natürlich a la maison, Eier, Knoblauch, Olivenöl, selbstredend null Weissbrot drin. Ich brate die derzeit immer im Waffeleisen, wirklich die beste Methode, qualmt viel weniger, die Dinger können nicht zerfallen und man muss sich um nichts kümmern weil sie gleich von zwei Seiten gleichmäßig gebraten werden. Ich drücke das Mett mit dem Löffel ins Eisen, das hat dann ausgefranste Ecken, was optisch viel besser kommt. Brötchen dinkelirgendwas, auch ein Riesenplus.
-pb